Quelle: Archiv MG - ASIEN JAPAN - Besonderheiten einer Handelsnation
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Marxistische Studentenzeitung 1/81
DIE JAPANISCHE HERAUSFORDERUNG
II. Teil: Die Lösung
Überraschende Änderung... (vgl. MSZ Nr. 6/1980)
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überrascht hat die MSZ-Schreiber der Toni Schmücker von VW schon,
denn kaum hatte er "alle betroffenen Gruppen aufgerufen, ihren
Teil dazu beizutragen, damit wir gegen die Japaner bestehen kön-
nen" ( Schmücker im "Spiegel"), präsentierte er auch schon seinen
Beitrag zur Lösung des Problems: ein über Nacht zustandegekom-
menes Kooperationsabkommen mit DATSUN. (Die anderen Betroffenen
werden wohl etwas länger für ihren Beitrag brauchen.)
Der Inhalt seines Beitrags war allerdings keine Überraschung,
denn als eingefleischte Leser des KAPITALS wissen wir, daß für
Bündnisse der Kapitalisten untereinander gilt:
"Die gemeinsame Seite interessiert jeden nur, solange er mehr mit
ihr gewinnt als gegen sie. Und die Gemeinsamkeit hört auf, sobald
die Seite als solche die schwächere wird, wo dann jeder auf ei-
gene Hand sich möglichst herauszuwinden sucht." (K. Marx, Das Ka-
pital, Bd. III, 10. Kap.)
Schmücker Toni muß den ersten Teil des Zitats im Sinn gehabt ha-
ben, als er dieses Bündnis schloß, um mehr Autos in Japan verkau-
fen zu können. DATSUN und VW sind im Falle des japanischen Mark-
tes zu dem Schluß gekommen, daß es gewinnbringender ist, wenn
DATSUN für VW 200000 PASSATS bzw. AUDIs baut und über seine Ver-
triebswege absetzt, als wenn VW und DATSUN gegeneinander sich
Marktanteile streitig machten. VW läßt seine Modelle kostengün-
stig in Japan produzieren und streicht einen zusätzlichen Profit
ein, der - obwohl mit NISSAN geteilt - immer noch größer ist als
ohne die Kooperation. NISSAN lastet eine ehemalige Kleinlasterfa-
brik mit der neuen Produktion aus, vertreibt ab 1983 200000 Autos
im Jahr mehr und bleibt so dem Marktführer TOYOTA hart auf den
Fersen.
Eine typisch kapitalistische Partnerschaft: Eitel Sonne, solange
es klappt. Wenn nicht - muß Schmücker eben den 2. Teil des Zitats
anwenden.
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