Quelle: Archiv MG - ASIEN AFGHANISTAN - Vom heiligen Krieg des Westens


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       Bochumer Hochschulzeitung, 22.01.1985
       
       Wochenschau
       

DER KRIEG UM AFGHANISTAN

war der Freien Welt 1984 eine Viertelmilliarde Dollars wert. So- viel stiftete die CIA den moslemischen Kämpfern gegen die Regie- rung in Kabul und die sowjetischen Truppen im Lande. Laut "Washington Post" ist das "mehr als 80% aller Gelder, die für verdeckte Operationen gezahlt werden", und das "größte derartige Programm seit dem Vietnamkrieg". Einer heißen Liebe zur Sache der Mudschaheddin kann dieses freiheitliche Engagement, für das der US-Kongreß "dreimal soviel Geld bewilligte, wie die Regierung Reagan ursprünglich gefordert" hatte, nicht entspringen. Immerhin schwebt den "Heiligen Kriegern" ungefähr so etwas vor wie den "islamischen Revolutionären" des Imam Khomeini, und gegen den sind bereits einige der "verdeckten" CIA-Operationen gelaufen. Für die Freiheit der Paschtunen sind die Dollars auch nicht da: Unter Führung ihrer Clanchefs ermorden die tapferen Widerstands- kämpfer mit Vorliebe Lehrer und Ärzte, Agrarexperten und Agitato- ren, die das "Unrechtsregime" in Kabul aufs Land schickt, um die große Mehrzahl der in feudaler Abhängigkeit gehaltenen Dorfbewoh- ner mit ein paar Errungenschaften der Zivilisation bekannt zu ma- chen wie Medizin, Lesen und Schreiben bzw. dem Gesichtspunkt, daß es sich auch bei Frauen um Menschen handelt und nicht um einen Tauschhandelsartikel. Für die U n a b h ä n g i g k e i t A f- g h a n i s t a n s engagiert reich die NATO natürlich nicht, die in Kabul ein prowestliches, antisowjetisches Regime errichten möchte, das dann ganz viele westliche Militärberater kriegt und auf Wunsch natürlich sofort eine S c h u t z t r u p p e. Bezahlt von den USA werden in Afghanistan Leute, die man zu S ö l d n e r n d e s W e s t e n s für einen K r i e g g e g e n d i e S o w j e t u n i o n gemacht hat. Dafür wird dieser "Freiheitskampf" gekauft und in Gang gehalten. zurück