Quelle: Archiv MG - AFRIKA ANGOLA - Wo 1000 Krisen blühen
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Bochumer Hochschulzeitung, 12.01.1982
Wochenschau
"WO DIE KUBANER US-ÖL BEWACHEN"
hat die Frankfurter Rundschau am 5.1. ihren Lesern unter der Ru-
brik "Im Hintergrund" mitgeteilt. Das Land, in dem das geschieht,
ist eines der zwei Länder mit A, die wegen der "andauernden so-
wjetischen Einmischung" "Gefahrenherde" für den Weltfrieden dar-
stellen. Wie es in dem Bericht heißt, wüßten es die Verantwortli-
chen von Texaco und Gulf Oil zu schätzen, daß ihre Bohrtürme in
Angola "Tag und Nacht bestens bewacht werden". Und zwar nicht nur
von angolanischen Streitkräften, sondern auch von den
"Hilfstruppen der Sowjets in Afrika", den "subversiven" Kubanern.
Nötig ist der militärische Schutz der Geschäftsanlagen amerikani-
schen Kapitals in Angola, weil diese als Angriffsobjekte für die
von den USA gesponsorte Guerillatruppe UNITA sowie für südafrika-
nische Kommandounternehmen dienen. Dennoch kein Beweis dafür, daß
sich im südlichen Afrika US-Geschäftsinteressen und die Politik
der US-Regierung in die Quere kommen. Schließlich sorgt gerade
die Präsenz von Fidels Soldaten in Angola augenscheinlich für die
Befriedigung beider Standpunkte. Erstens garantieren sie für die
Reibungslosigkeit des Geschäfts, und zweitens dienen die Kubaner
weiterhin als der lebendige Beweis für die Aggressivität des
russischen Bären in der Welt.
Da ist es dann nicht erstaunlich, daß Reagan und Co. den angola-
nischen Präsidenten bisher immer mit seinem Angebot haben abblit-
zen lassen, die Beziehungen zu den USA auch auf der Ebene der Po-
litik zu normalisieren und dafür sogar die kubanische Militärprä-
senz zur Disposition zu stellen.
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