Quelle: Archiv MG - AFRIKA ALLGEMEIN - Hungertod in 24 Staaten
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MSZ 3/84
Afrika
HUNGERTOD IN 24 STAATEN
droht nach Auskunft der Welternährungsorganisation FAO.
"U r s a c h e n der Katastrophe seien die teilweise seit Jahren
andauernde Dürre, Viehseuchen und innere Unruhen." Das sind sie
gerade nicht:
Fragt man nämlich nach den G r ü n d e n, warum in Staaten
Afrikas ausbleibende Regenfälle, Viehseuchen und die ominösen
"inneren Unruhen" immer gleich zu Massenelend und Leichenbergen
führen, dann stößt man auf ganz andere U r s a c h e n, als Me-
teorologie, Verterinärmedizin und politologische Rassenkunde über
Drittweltvölker sie benennen können. In der imperialistischen
Benutzung von drei Vierteln des Erdballs ist das hungerfreie
Leben all derer nicht vorgesehen, die dabei nicht benutzt werden
müssen. Der Zugriff des Kapitals auf Land und Leute verfährt
nicht nur rücksichtslos gegen die vorgefundenen Produkti-
onsweisen, vielmehr zerstört er sie überall da, wo sie beim Abbau
von Rohstoffen und einer industriellen Agrarproduktion hinderlich
sind. Die ökonomische "Erschließung" Afrikas entzieht der Subsi-
stenzwirtschaft ihre Grundlage, und die Betroffenen sind auf Un-
terstützung von außen angewiesen. Die Überlebensrechnung der FAO
benennt 1984 "1,6 Mio. Tonnen Nahrungsmittel und eine Finanzhilfe
von 98 Mio. Dollar für Saatgut, Impfstoffe und Düngemittel".
Man kann sich schon darüber aufregen, daß allein die EG pro Jahr
für die s t a a t l i c h e V e r n i c h t u n g v o n
L e b e n s m i t t e l n mehr Geld aufwendet, als die FAO jetzt
als S p e n d e zusammenbetteln muß, um in Afrika "das Schlimm-
ste" zu verhüten. Und es zählt ohne Zweifel zu den erlesenen
Schönheiten von Freedom and Democracy, daß mit dem Preis für 1
NATO-Fluggerät die hungrige Menschheit mit ausreichend Getreide
versorgt werden könnte. Aber die Entrüstung darüber sollte nicht
bei solchen Zahlenvergleichen stehenbleiben: Es ist schließlich
demokratische Politik weltweit und die kapitalistische Weltwirt-
schaft, auf die man nichts kommen lassen will, die neben Freiheit
und Reichtum auch den Hunger und das Elend produzieren. Alles
Wissenswerte über die Ursachen findet sich in den 3 Bänden über
den Imperialismus, die von der MARXISTISCHEN GRUPPE (MG) im Re-
sultate Verlag herausgegeben worden sind. (Erhältlich an den Uni-
Büchertischen der MG, im Buchhandel oder direkt bei der MHB, Ama-
lienstr. 67, Rückgebäude, Laden im 1 Stock.)
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